Tiefbauschächte in Dortmund

Dortmunder Tiefbauschächte

1 Mergelüberdeckung
Grenze und Dicke der Mergelüberdeckung in Dortmund. Abb. 1
2-Stadtplan
Stadtplan von Dortmund mit den 2012 gültigen zwölf Stadtbezirken. Abb. 2

Der Bergbau begann im Ruhrrevier dort, wo der Kreidemergel das flözführende Karbon nicht mehr überdeckte. Die Bergleute kamen hier durch dünne Humus- und Löss-Schichten leicht an die zu Tage tretenden, flach oder geneigt lagernden Flöze mit Kuhlen, Steinbrüchen, kleinen Schächten (Pütts) oder Stollen heran.
Erst die Einführung der Dampfmaschine zu Anfang des 19.Jahrhunderts machte den Tiefbau möglich, da nun sowohl das Abpumpen des Grubenwassers und die Kohlenhebung aus größeren Teufen (Tiefen) maschinell möglich wurden. Die Zechen konnten nun Tiefbauschächte teufen (niederbringen). Allein auf heutigem Dortmunder Stadtgebiet wurden es in fast 160 Jahren mindestens 133 Schächte. Zu ihnen einige Daten (mit *** gekennzeichnet: Schachtbauten noch vorhanden und denkmalgeschützt):

Folgende Zechen begannen mit dem Teufen der frühen Schächte südlich der Mergelgrenze bis 1850:
1813 Ambusch, Kunstschacht Wilhelm (mit erster Dampfmaschine in Dortmund)
1823 Friedrich Wilhelm, Schacht Friedrich
1828 Friedrich Wilhelm, Schacht Theodor
1832 Fündling & Dahlacker, Kunstschacht
1832 Bickefeld, Kunstschacht
1833 Clarenberger Erbstolln, Schacht Meyer
1835 Glückaufsegen, Schacht Ephorus
1839 Friedrich Wilhelm, Schacht Veltheim
1839 Glückauf Tiefbau, Schacht Gotthelf
1840 Glückauf Tiefbau, Schacht Traugott
1840 Glückaufsegen, Schacht Vorsicht
1841 Bickefeld, Schacht 1
1843 Louise Tiefbau, Schacht Clausthal
1847 Louise Tiefbau, Schacht Schulte
1847 Glückaufsegen 2 (Crone), Schacht Elisabeth

Folgende Zechen begannen mit dem Teufen der frühen Schächte nördlich der Mergelgrenze bis 1850:
1831 Norm, (Caroline Schacht 4)
1842 Schürbank & Charlottenburg, Schacht 1
1843 Hellenbank, Kunstschacht
1843 Freie Vogel & Unverhofft, Schacht Conrad
1846 Am Schwaben, Schacht Wilhelm
1847 Schürbank & Charlottenburg, Luftschacht
1849 Dorstfeld, Schacht 1
1849 Dorstfeld (Carlsglück), Schacht 2
1850 Freie Vogel & Unverhofft, Schacht 1

Tiefste Schächte:
1.193 m Minister Stein 4
1.035 m Dorstfeld 3
1.080 m Dorstfeld 5
1.060 m Zollern 3
1.035 m Minister Stein 3

Siebzehn Malakofftürme
*** Fürst Hardenberg, Schacht 1
*** Westhausen, Schacht 1
*** Gneisenau, Luftschacht Grevel
Holthausen (Kaiser Friedrich)
Wiendahlsbank, Schacht Friedrich
Louise Tiefbau, Schacht Schulte
Neu Düsseldorf
Schleswig, Schacht 1
Minister Stein, Schacht 1
Hansa, Weyhe-Schacht
Zollern, Schächte 1 und 3
Planetenfeld, Schacht Adolph
Dorstfeld (Carlsglück), Schacht 2
Henriette, Schacht Sanssouci
Margarethe, Schacht 1 (Löbbecke)
Westphalia, Schacht 1

Neun Tomsonböcke
Gneisenau, Schächte 1, 2 und 3 (*** Schacht 2, letzter Tomsonbock)
Kurl (Courl), Schächte 1 und 2
Scharnhorst, Schächte 1 und 2
Schürbank & Charlottenburg, Schacht 1
Margarethe, Schacht 3

Drei Hammerkopftürme
*** Minister Stein, Schacht 4
Minister Stein, Schacht 2
Westphalia, Schacht 2 (heute *** Erin Schacht 3)

Die folgenden Bildreihen der Tiefbauschächte sind nach den zwölf Stadtbezirken alphabetisch geordnet.
(Amtliche Stadtkarte Dortmund und Umgebung 1:100 000, © Vermessungs-und Katasteramt, http://www.dortmund.de,Lizenz-Nr: 420040 vom 25.07.2012, gilt auch für die Kartenausschnitte der Stadtbezirke).

Dank an die Bezirksregierung Arnsberg, Abt. 6, für die Schachtteufen, Joachim Huske für die Schachtdaten und allen Bildgebern.